Montag, 18. Juni 2012

Syrien-Ticker 18. Juni 2012 - Rückschlag für US-Pläne

17.30 Uhr
Am 14 Juni, 10.30 Uhr berichteten wird vom Spionageverdacht gegen die UN-Beobachter und gestern, dass Deutsche festgenommen worden sind.
Christoph Hörstel bringt eben zusätzliche Fakten.

Syrien: spioniert UNSMIS?
Ein jordanischer UN-Beobachter hat berichtet, dass einer der UNSMIS-Beobachter ein Spion sei. Wie syrische Sicherheitskreise weiterhin mitteilen, führt der UNSMI-Chef, der norwegische General Robert Mood, Listen über kritische Koordinaten und besuche absichtlich nahe gelegene Militäreinrichtungen.

Der Beobachter/Zeuge klagt offenbar auch General Mood der Spionage an. Die Angelegenheit soll in Kürze durch Berichte im staatlichen syrischen Fernsehen erhärtet werden. Mit dieser Ankündigung signalisieren Sicherheitskreise in Damaskus, dass sie mit dieser Veröffentlichung einverstanden sind.
Zum Thema der ausländischen Gefangenen in Syrien (FLN berichtete) versuchen offenbar UN-Beobachter, den genauen Aufenthaltsort zu ermitteln.
Alle deutschen Gefangenen
(FLN berichtete) sind nach Angaben der gleichen syrischen Sicherheitskreise deutsche Staatsangehörige, einschließlich aus dem Ausland eingebürgerter Personen.
Alle sind bei einem in Stuttgart beheimateten privaten Sicherheitsunternehmen beschäftigt. Diese Deutschen wurden nach diesen syrischen Angaben vor fünf Monaten in Libyen stationiert und vor zwei Wochen nördlich des syrischen Mittelmeerhafens Tartus gefangengenommen; zu diesem Zeitpunkt versuchten sie gerade, Waffen und Munition von einem privaten Transportschiff, das internationale Gewässer befuhr, mit Schnellbooten an die syrische Küste zu bringen.
Weitere Meldungen syrischer Offizieller besagen, dass sich zur Zeit keine russischen Transportschiffe mehr in der russischen Marinebasis Tartus aufhalten.
Die Basis der Aufständischen und Terroristen mit dem Namen Jisr esh Sughr südlich der zuvor umkämpften Stadt Idlib ist durch nahe Waldbrände ebenfalls in Brand geraten.

 Christoph R. Hörstel


Syrien: Rückschlag für US-Pläne, UN-Mission in schwieriger Lage
Gerade rechtzeitig für den G-20 Gipfel in Mexiko, bei dem das höchst kritische Thema Syrien eine Hauptrolle spielen wird, flauen die Kämpfe nach zehn Tagen erstmals ab – die Aufständischen stehen als Verlierer da.

Nachdem die syrische Armee die Küstenregion erfolgreich von weiterem Nachschub über das Mittelmeer an Aufständische und Terroristen abgeriegelt hat, gibt es jetzt auch weitere Fortschritte für syrische Regierungstruppen bei ihrem Versuch, auch die Grenzregion zur Türkei entsprechend abzuriegeln. Auch die oft und heftig umkämpfte Stadt Idlib, die bisher leicht von den „Flüchtlingslagern“ auf der türkischen Seite aus erreicht werden konnte, ist jetzt fast völlig von diesem Nachschub abgeschnitten, ein weiterer schwerer Rückschlag für die Rebellen.
Nachdem Russland am Wochenende weitere Waffen, Ersatzteile und Militärberater in seine strategische Marinebasis im syrischen Mittelmeerhafen Tartus gebracht hat, darunter offenbar auch Abwehrraketen gegen Luft- und Seeziele, könnte jetzt eine spektakuläre Entscheidung für die UN-Bobachtermission UNSMIS anstehen: Verschiedene Kanäle des türkischen Fernsehens, ausgehend vom Nachrichtenkanal NTV, haben gestern angekündigt, das Hauptquartier der Mission unter dem norwegischen General Robert Mood könnte in die weitgehend zerstörte und menschenleere Stadt Hama verlegt werden. Dieses bekannte Zentrum des Aufstands von 1982 hat unter den seit 15 Monaten dauernden Kämpfen am meisten gelitten. Sie ist dadurch fast so etwas wie ein Symbol des aus dem Ausland finanzierten und umfassend unterstützten syrischen Krieges geworden. Analysten weisen deshalb darauf hin, dass eine solche Entscheidung über die Verlegung des UNSMIS-Hauptquartiers wie eine Bekräftigung wirken könnte für einseitige Vorverurteilungen der syrischen Regierung durch westliche Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, wie zum Beispiel nach dem Massaker in Houla. Andere weisen darauf hin, dass eine solche Verlegung des Hauptquartiers möglicherweise im Widerspruch steht zum dritten Satz des präsidentiellen Vorwortes zum 6-Punkte-Plan des UN-Vermittlers Kofi Annan; dort heißt es, es gebe eine „starke Verpflichtung für Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territoriale Integrität“ Syriens. Denn diese Verlegung des Hauptquartiers könnte auch als Unterstützung für den Aufstand und den aus dem Ausland getragenen Terrorismus gewertet werden. Die Aufständischen hingegen klagen stets, die UN-Mission stelle sich auf die Seite der syrischen Regierung.
Während die Kämpfe in Syrien über das Wochenende insgesamt abflauten, gab es weitere Zusammenstöße, vor allem in Homs, Rastan und Ar Raqqah. Ar Raqqah liegt 160 Kilometer östlich von Aleppo auf dem Weg in die äußerst nordöstlich gelegene Stadt Hassakah. Dies kann bedeuten, dass die syrischen Regierungstruppen entschlossen sind, einer Ausweitung der Kämpfe nach Norden und Osten zuvorzukommen. Ar Raqqah ist außerdem bedeutend wegen seiner Lage am wichtigen Fluss Euphrat mit seinen strategisch bedeutenden Wassermengen.
Ein weiterer wichtiger Vorgang von international hoher Bedeutung ist der ausstehende Entscheid Saudi Arabiens über einen neuen Kronprinzen – der auch aus Damaskus sorgsam beobachtet wird.
Die Entscheidung wird Rückschlüsse ermöglichen über Ausmaß und Art und Weise künftiger weiterer saudischer Einmischung in die inneren Verhältnisse Syriens, was die Finanzierung der blutigen und Terror-orientierten Erhebung anbetrifft. Dieser unerklärte Krieg trägt viele Anzeichen der US-Politik des Terrormanagements in zahlreichen Konflikten weltweit.

FLN-6
Christoph R. Hörstel


Russland bringt Truppen
Der russische Außenminister Lawrow wiederholte im Iran und im Irak letzte Woche, Russland werde keine Einmischung von außen in Syrien und keine gewaltsame Intervention zulassen, nachdem die USA verkündeten, die Intervention sei keine Frage des "ob" sondern "wann". Da USA und NATO offensichtlich wie Wahnsinnige mit dem Feuer spielen, legen die Russen nun  nach.
Russland bringt laut Angaben der Marine außerplanmäßig zwei Landungsschiffe zu seinem syrischen Stützpunkt Tartus. Die Kampfschiffe brächten eine große Anzahl von Marineinfanterie.
NATO offenbart Umsturzpläne für Syrien
PressTV zitiert in diesem Zusammenhang das Weiße Haus vom 16. Juni 2012: “Zu diesem kritischen Zeitpunkt konsultieren wir unsere internationalen Partner bezüglich der nächsten Schritte in Richtung eines Syrien-geführten politischen Übergangs.”
Zwei Unmöglichkeiten in einem Satz: Ziel der NATO ist also nicht der „Schutz der Zivilbevölkerung“, sondern ganz offen der „politische Übergang“; und wie die Waffen- und Terroristenexporte von Saudi-Arabien, Katar und Türkei belegen, ein unbedingt gewaltsamer. Das ist Einmischung in die syrischen Angelegenheiten von außen: Völkerrechtsbruch und Vorbereitung eines Angriffskrieges. Diesen beabsichtigten Krieg auch noch als „von Syrien geführt“ zu verkaufen ist ein Hohn.

Russische Truppen zum Schutz des Flottenstützpunktes
Laut CNN glauben die USA, die Truppenbewegungen der Russen dienten nur dem Schutz ihres Flottenstützpunktes. Ein früherer russischer Präsidentenberater meinte, es mache keinen Sinn, Truppen nach Syrien hineinzubringen. Gerade Russland habe dem Entsenden jeglicher ausländischer Truppen nach Syrien widersprochen. Dies könnte eine Einladung an die NATO sein, offiziell eigene Truppen hinein zuschicken. Es reicht als Geste an den Westen aus, dass Russland unter Putin cool auf die Propaganda der NATO pfeift und selbstbewusst tut was es für richtig hält. Schließlich hat Russland allen Grund, seinen einzigen (in Worten: "eins") Militärstützpunkt (im Gegensatz zu fast 1.000 amerikanischen) gegen islamistische "Aufständische" zu verteidigen.

Israel: Hamas' Grad Angriff auf Israel

Positionieren Muslimbruderschaft und Mossad die Hamas für den “Palästinensischen Frühling” und helfen der M. B. bei den Wahlen in Ägypten?
von Christof Lehmann
 

Analysiert man die Probleme im Nahen Osten, in die der Israelische Geheimdienst Mossad ist, lohnt es sich zu berücksichtigen, sein Motto ist „Krieg durch Täuschung“. Gestern beschuldigten israelische Sicherheitsbeamte die Muslimbruderschaft in Ägypten, sie hätte die Hamas vorbereitet, einen Raketenangriff vom Norden der Sinai-Halbinsel aus zu führen. Der Angriff wurde mit zwei Grad-Raketen ausgeführt, die in offenem, unbewohntem Wüstengelände niedergingen. Es gibt keine Berichte über Schäden oder Opfer. Der Angriff trägt die Kennzeichen einer Aktion unter „falscher Flagge“, die ausgeführt wurde als Teil der Mossad-Mulismbruderschaft-Hamas-NATO-Allianz; die mindestens 2010 schon geschaffen wurde. In Vorbereitung auf den Syrien-Krieg und einen “palästinensischen Frühling” nach dem erwarteten Fall der syrischen Regierung. Der Hamas wurde eine führende Rolle beim palästinensischen Frühling versprochen.


Selbst Israelische Sicherheitsexperten stehen angesichts dieses Feuerwerks vor einem Rätsel. Faktisch gibt es keine andere logische und plausible Erklärung als dass es ausgeführt wurde als gemeinsame Aktion mit der die Angreifer und die Angegriffenen, die angeblichen heldenhaften Freiheitskämpfer, die benötigten und wertvollen PR-Punkte sammeln konnten.
Die israelische Zeitung Haarez berichtete umgehend, israelische Sicherheitsbeamte wären “verwirrt über die Motive der ägyptischen Muslimbruderschaft, weil sie versprochen hätten sie würden die Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten respektieren, während ihre Kandidaten im ägyptischen Wahlkampf über ein Verlassen dieses Vertrages und über eine Befreiung Jerusalems als Hauptstadt eines zukünftigen Kalifates sprechen.“
Die Behauptung von dem Gemeinschaftsprojekt „false-flag-Aktion“ mag klingen wie eine Verschwörungstheorie. Doch nur so lange bis man begriffen hat, dass Israel, NATO, die international Muslimbruderschaft und Hamas eine strategische ad hoc-Partnerschaft in Bezug auf den Arabischen Frühling eingegangen sind. Die Details sind in vorangegangenen Artikeln von  Martin Iqbal and Christof Lehmann ( 1a+1b) erklärt.
Die Frage die zustellen ist: Welchen Nutzen hat der Angriff für die Kompagnons? Wer profitiert davon?
Selbst Haarez stimmt dem zu, dass die Hamas die Beduinen im Norden Sinais zu dem Feuerwerk inspiriert haben könnte, um den Wahlkampf ihrer ägyptischen Muslimbrüder zu unterstützen. Und es ist nicht einmal „wirklich“ unethisch das zu tun, denn ausser ein paar Wüstenskorpionen gab es keine Opfer. Und wen kümmert es schon, dass das ägyptische Volk, das gerade erst nach seiner Revolution entrechtet wurde, wieder einmal betrogen wird.
Die Hamas stärkt natürlich ihr Image als militante islamische Befreier Palästinas. Was gäbe es besseres? Denken wir daran, dass sie mit Hilfe des Mossad, der NATO und der MB-Freunde einen postmodernen Putsch vorbereitet haben. Ein Coup der, so hoffen sie, ausgeführt wird sobald Syrien besiegt ist. Es wäre ratsam für wahre Patrioten unter den Mitgliedern der Al Qassam Brigade, sich jenen Reihen militanter Gruppen anzuschließen die eigentlich patriotisch sind. Die Abu Ali Mustapha Brigade wäre eine gute Wahl für echte Patrioten. Ich nehme an, es würde sich viel besser anfühlen, nicht in einer Position zu sein, wo man sich selbst fragt, ob man sein Leben riskiert für die Palästinensische Freiheit oder den Mossad? Auch Israel macht eine Menge Punkte. Natürlich! Starten wir mit den Basics? Israel wird fordern, dass die ägyptischen Sicherheitskräfte die Sicherheit in Sinai verschärften. Israel wird sehr wahrscheinlich ein Argument mehr haben, seine genozidales Belagerung des Gaza-Streifens aufrechtzuerhalten. Wovon zufällig auch die Hamas profitiert. Israel wird in den ganzen illegal besetzten Gebieten das erhöhen, was es “Sicherheit” nennt. Besonders wird es die Sicherheit im illegal besetzten  Ostjerusalem erhöhen, wo massive Bauarbeiten vor sich gehen, unter dem Deckmantel des „Tourismus“. Natürlich müssen diese Werte gegen Hamas-Angriffe geschützt werden. Der wertvollste Nutzen für Israel ist höchstwahrscheinlich, dass es nun ein weiteres Werkzeug zur Gehirnwäsche der eigenen Bevölkerung hat, um sie glauben zu machen, die illegale Besatzung ist aus Sicherheitsgründen nötig. Im Grunde genommen hat man sich selbst zu schützen; vor einem Buhmann der ein Islamisches Kalifat in Jawehs Heiliger Stadt errichten will. Alles in allem? Jedermann ist glücklich, Waffenhändler inbegriffen. Neben ein paar Sandflöhen und Wüstenskorpionen wurde niemand verletzt bei dieser Knallerei der PR des Joint Ventures. Und hinsichtlich Nahost? Alles wie gehabt.


Anmerkungen:
1a) Was the Gaza Flotilla Massacre a Turkish-Israeli False Flag and Precursor to the War
 on Syria? http://nsnbc.wordpress.com/2012/02/04/was-the-gaza-flotilla-massacre-a-turkish-israeli-false-flag-and-precursor-to-the-war-on-syria/ 
1b) Hamas, the Architecture of Treason on Syria, Iran and Palestine.
 

Übersetzung: HdF/Hartmut Beyerl
 
Christof Lehmann gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes zum Frieden in Syrien und Iran. http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2012/01/kriegsvorbereitungen-stoppen-embargos.html

Sonntag, 17. Juni 2012

Syrien-Ticker 17. Juni 2012 - Viele Deutsche in Syrien festgenommen


Liebe Leser, eine Bitte.
Hinter der Fichte entwickelt sich immer mehr zu einem Gemeinschaftsprojekt von Lesern, die Nachrichten zusammentragen. Und so erhalten wir eine Flut an Hinweisen und Informationen zum Krieg gegen Syrien. Wir sind auf ausländische Berichte und die von Quellen vor Ort angewiesen, da die Mainstreammedien in Deutschland eine noch weitergehendere Zensur als die amerikanischen oder sogar britischen praktizieren. Die müssen zunächst in Originalsprache ausgewertet werden, was den größten Aufwand bereitet. Die anschließende Übersetzung der oft langen Artikel aus dem arabischen oder englischen übersteigt unsere Kapazitäten. Wir sind deshalb eingeschränkt. Es wäre eine große Hilfe, wenn wir nur den Kern wesentlicher Informationen von Ihnen, unseren Unterstützern, und schon übersetzt bekämen. Es gibt da draußen eine Vielzahl von Informationen, die die Kriegsabsichten der NATO und die wahren Vorgänge um Syrien stichhaltig entlarven. Verbreiten wir gemeinsam die Wahrheit.
 
 


Heute wieder Christoph Hörstel:
Syrien: Während die Kämpfe andauern, rücken ausländische Gefangene in den Mittelpunkt des Interesses

Die Aufständischen versuchen, zumindest Teile des in der abgelaufenen Woche verlorenen Gebietes zurückzugewinnen und die Vorstädte der westsyrischen Städte zu erreichen; unterdessen kommen immer mehr Informationen über die Ausländer unter den Gefangenen ans Licht – das wird in deren Heimatländern zu Diskussionen führen.
Rebellen und Terroristen wollen wieder in ihre früheren Hochburgen in Hafeh und Idlib einsickern. Sie kommen vom Lande und sehen sich mit starkem Widerstand der Armee konfrontiert, auch in Homs und Hama. Da sie die meisten ihrer Waffenlager eingebüßt haben, greifen sie jetzt von Zivilisten bewohnte Gebiete mit selbstgebastelten Bomben an.
Andererseits ist es zum Beispiel in Hafeh klar, dass die Aufständischen nicht in Ortskerne vordringen können, selbst in kleineren Dörfern nicht. Der einzig sichere Hafen ist für sie im Moment die Umgebung von Idlib mit großen Waldflächen, die bis in die Flüchtlingslager auf der türkischen Seite reichen.
Truppenaufmärsche und Logistik-Operationen gehen rund um Stadtzentren weiter, Dörfer auf dem Lande werden unter Granatfeuer genommen, sobald die Anwesenheit von Aufständischen dort bestätigt werden konnte.
Nach der Gefangennahme eines ehemaligen Insassen des US-Folterlagers Guantanamo in Homs, ein mutmaßlicher Kopf eines vermuteten geheimen Terrornetzwerks, beginnen syrische Sicherheitsdienste, die Angelegenheit genauer unter die Lupe zu nehmen. Künftig könnte es passieren, dass Syrien seine ausländischen Gefangenen vor Gericht stellt und die Verhandlungen live im Fernsehen übertragen lässt.
Die Quellen sagen aus, dass mindestens 200-300 Angehörige privater „Sicherheitsfirmen“, die in Wahrheit Söldnerfirmen sind, neben mehreren hundert ausländischen Soldaten gefangen genommen wurden in den letzten 15 Monaten. Unter ihnen sollen sich portugiesische Fallschirmjäger befinden, bei denen Syrien sich fragt, wie die ins Land gekommen sind. In den Verhören gaben die Männer an, aus dem Dienst ausgeschieden zu sein, was jedoch in vielen Fällen dem Alter der Gefangenen nicht entspricht. Die Quellen geben darüber hinaus an, dass die Gefangenen Monate vor Beginn der Kämpfe in der Region waren. Damit stellte sich die Angelegenheit so dar, dass sie darauf warteten, dass eine geeignete Lage zum Losschlagen entstand, gezielte Provokationen syrischer Sicherheitskräfte.
Außerdem sollen 40-60 Deutsche in syrischer Haft sein. Die syrischen Quellen geben an, die Deutschen seien auf frischer Tat an der syrischen Mittelmeerküste auf syrischem Boden festgenommen worden, als sie Waffen für die Aufständischen mit Schnellbooten an Land schmuggeln wollten.
Die syrischen Dienste haben ihre Gefangenen offenbar in unterirdischen Sicherheitsgefängnissen in Damaskus untergebracht.
Und die syrischen Offiziellen sind irritiert über das Verhalten westlicher Mainstream-Medien. Man geht inzwischen so weit, dass man vor wichtigen internationalen Treffen, bei denen das Thema Syrien eine Rolle spielt, erhöhte Alarmstufe gibt, weil man mit weiteren „false flag“ Operationen rechnet, die die syrische Regierung diskreditieren sollen.

Christoph R. Hörstel
… und hier der Link zum vorigen Beitrag auf "Russia Today" 


Samstag, 16. Juni 2012

Syrien-Ticker 16. Juni 2012

Terroristische Angriffe in Syrien
Wie bereits angekündigt, gab es gestern etliche Opfer von Bombenexplosionen. Zwei Sprengsätze an der Khaled bin al-Walid Moschee in Daraa, die Zahl der Todesopfer steht noch nicht fest. Zivilisten und angehörige der Pioniertruppen wurden verletzt als ein Sprengsatz an der al-Majed Moschee in Damaskus explodierte. Viele Opfer sind in kritischem Zustand. Zwei 7-kg-Bomben konnten entschärft werden. In Aleppo wurden Zivilisten von einer in einem Müllcontainer deponierten Bombe verletzt. Sechs Zivilisten und drei Sicherheitskräfte wurden verletzt als eine Bombe an der Saad Bin Abi Wakkas Mosche explodierte. Nördlich von Aleppo wurde auf einem Gehöft eine Werkstatt für Bomben und Raketen ausgehoben. Dort wurden Sprengsätze, Raketen, Sprengstoff, Chemikalien, aber auch Nachtsichtgeräte, Kameras und salafistische Literatur gefunden. Im Gebiet Tel Kalakh wurde ein Fahrzeug beschlagnahmt das Waffen aus dem Libanon brachte, darunter RPGs und Kalaschnikows mit Munition. Ein Sprengstoffanschlag auf die Ölpipeline in Deir Ezzor führte zur Unterbrechung der Rohöltransportes für die nächsten Tage. Sicherheitskräfte schlugen einen Angriff auf das Ölfeld al-Jafra zurück.

Christoph Hörstel berichtet
Syrien: Vorbereitungen für Kämpfe entlang der türkischen Grenze – gesellschaftliche Probleme und Terror
Syriens Luftwaffe bereitet Bombenangriffe vor – als Teil ihres Kampfes gegen Aufständische und Terroristen nördlich von Aleppo. Ein Blick auf hausgemachte Probleme und das internationale Terrornetzwerk – die richtige Gegenstrategie scheint noch zu fehlen.
In diesen Tagen bereitet sich die syrische Armee auf ausgedehnte Kämpfe vor, die verhindern sollen, dass sich eine Kampfzone von der nordwestlichen Stadt Hafeh bis zur nordöstlichen Stadt Hassakeh bildet. Während mögliche Bombenziele nördlich von Aleppo geprüft werden, wird ein großer militärischer Aufmarsch vorbereitet. Weitere Operationen stehen in der Umgebung von Idlib und Hafeh bevor. Gestern kamen die UN-Beobachter in Hafeh an und fanden nur einzelne Bewohner in der ansonsten gähnend leeren Stadt vor. Kurdische Freiwillige, die bisher die Avancen der Rebellen missachtet haben, werden von der Regierung bewaffnet, was ihren innenpolitischen Status ebenso hebt, wie ihre Attraktivität für außenpolitische Einmischungen; Diese Kurden sollen jetzt die syrisch-türkische Grenze östlich von Hassakeh bewachen helfen. Unterdessen werden Syriens südliche Grenzen vermint – und im Norden des Libanon wurde auf dessen Territorium eine Pufferzone eingerichtet, um die Schwierigkeiten zumindest in diesem Gebiet aus Syrien herauszuhalten. Die Küstengebiete am Mittelmeer sind nun völlig unter Kontrolle, sagen die offiziellen Quellen, in wieweit das korrekt ist, wird sich zeigen.
Im Moment jedenfalls stehen die Aufständischen und Terroristen vor Nachschubproblemen, weil sie in der vergangenen Woche zu viele Positionen und Waffenlager verloren haben. Ihre Kommunikationsnetzwerke wurden zerstört oder in ihrer Reichweite eingeschränkt – und die übrigen werden zunehmend erfolgreich überwacht.
Berechtigte Forderungen vom Ausland mißbraucht
Dies ist nun die Zeit, innezuhalten und die Gründe zu betrachten, warum der Aufstand überleben kann: Was wir in Syrien sehen, bietet verschiedene Merkmale einer blutigen Version der „Occupy“-Bewegung. Berechtigte Forderungen normaler Syrer wurden vom Ausland und seinen Spezialisten für Geheimoperationen ausgenutzt. So kam es, dass ziviler Ungehorsam im März vergangenen Jahres zu gewalttätigen Zusammenstößen ausufern konnte. Die Forderungen der Bevölkerung sind und waren ebenso schlicht wie gerechtfertigt: Sie wollten als Bürger respektiert werden, wann immer sie sich an die Ämter und Gerichte wenden, sie wollen, dass das wachsende Ungleichgewicht in der Verteilung des Reichtums und die Arbeitslosigkeit beseitigt werden, sie wollen Redefreiheit und mehr Einfluss auf die Politik. Das herrschende System bewegte sich – tat jedoch insgesamt zu wenig und das auch noch zu spät, packte manche Tabus wie Korruption und Unterdrückung nicht ausreichend an. Es waren diese gravierenden Fehler, die den ausländischen Agenten überhaupt erst den Bewegungsspielraum verschafften, um Kämpfer anzuheuern, falsche Demonstranten, tatsächliche Anarchisten; sie zu bewaffnen und ihnen Hightech-Kommunikationsgeräte zu geben und sie daran zu trainieren; die Mechanismen einer konzertierten Aktion internationaler Politik und Medien in Gang zu setzen.
In Syrien träumen jetzt viele, auch Offizielle, von Reformen, die praktisch umgesetzt werden von einer neuen, ehrgeizigen jungen Klasse von Beamten als erste Ansprechpartner, wann immer sich die Bevölkerung an die Ämter wendet. Solche Schritte würden Syrien weniger verwundbar machen für ausländische Einmischungen, wie sie das Land seit mehr als einem Jahr erlebt. Jetzt hingegen erleben Bürger, die Hilfe bei Ämtern suchen, Verzögerungen, Inaktivität, bis hin zu Furcht bei den Bürokraten, Entscheidungen zu treffen, weil jede Entscheidung Risiken mit sich bringt – und Risiken sind in Syrien zur Zeit nicht eben en vogue, waren es nie, um die Wahrheit zu sagen. Und das trifft leider auch auf viele neu ins Amt eingeführte Offizielle zu.
USA setzen Guantanamo-Terroristen ein
Während der militärischen Operationen dieser Woche im Gebiet Homs-Khaldiyeh-Rastan, machten die Sicherheitskräfte einen unerwarteten Fang: Sie hatten aus Platzmangel alle gefangenen mutmaßlichen Terroristen in einem einzigen Gefängnis in Homs einquartiert. Dabei schlug und trat einer der Gefangenen einen anderen in einem wilden Streit, während ein dritter zu schlichten versuchte. Einer der Wärter, von der ungewöhnlichen und harten Prügelei zwischen Gefangenen aus unterschiedlichen Städten alarmiert, entschied sich, alle drei verhören zu lassen.
Das Ergebnis hat die syrischen Offiziellen in höchstem Maße erstaunt – und den Geheimdiensten („Mukhabarat“) einen ziemlichen Tiefschlag versetzt: Alle drei sind Libyer, zwei von ihnen entstammen der nordöstlichen Küstenstadt Derna, der dritte kommt aus Tobruk. Der Angegriffene heißt Salaf, der Angreifer Momin, der Schlichter Dirham. Momin wirft Salaf vor, für den Tod seines Bruders, eines Bombenbauers, bei einem Auto-Bombenattentat in Damaskus verantwortlich zu sein. Salaf war 2009 aus dem US-Folterlager Guantanamo entlassen worden, nachdem er mit einer privaten US-Sicherheitsfirma gemäß einem „Homeland-Security“-Verfahren von 2008 einen Vertrag abgeschlossen hatte. Auf dieser Grundlage wurde Salaf erst in den USA ausgebildet, ging dann im folgenden Jahr, 2010, nach Tunesien, wo ihn ein pensionierter ägyptischer Oberst unter die Fittiche nahm. Momin war Koordinator einer Geheimaktion, die als „Gefängnisevakuierung“ mit einer weiteren Aktion „Lampedusa-Überfahrt“ gekoppelt wurde und künftiges al-Qaeda-Personal in Europa einnisten sollte, nach dem so genannten „Arabischen Frühling“ in Tunesien. Momin durchlief eine ebenso vielfältige wie interessante Reisekarriere, die ihn über Italien nach Frankreich brachte, ohne Pass und Geld. Dort wurde er aufgegriffen und mit einem Ticket französischer Sicherheitsdienste ins türkische Antalya gebracht, mit einem Direktflug. Dirham war für Finanzangelegenheiten verantwortlich, einer neuen Spielart des altherkömmlichen bargeldlosen „Havala“-Überweisungssytems, das wegen der Verwendung von Mobiltelefonen „Handy-Havala“ genannt wird. Das System sieht vor, dass ein Zahlungsempfänger vom Einzahler per MMS mit Foto und Passnummer der auszahlenden Stelle angekündigt wird: Auf diese Weise wurde ein ganze Liste von besonders betreuten „Flüchtlingen“, zumeist aus Afghanistan, Jemen und Pakistan unter den Tunesiern nach Europa, nach Deutschland, Frankreich und England, eingeschleust. Dies alles behaupten die syrischen Offiziellen, auf deren Aussagen die bisherige Berichterstattung aus Syrien beruht. Die Angaben sollen in den kommenden Tagen mit weiteren Daten erhärtet werden. Der besondere Tiefschlag für die syrischen Dienste liegt jedoch darin begründet, dass Salaf fast zwei Jahre lang unbehelligt in Homs leben konnte, offiziell als wohlhabender Geschäftsmann, Importeur von Nahrungsmitteln, landwirtschaftlichen Produkten und Reinigungsmitteln. In dieser Zeit reiste er einige Male in die Türkei; die letzte derartige Reise führte ihn vom 9.-11. April dieses Jahres in das türkische Flüchtlingslager Yayladagi, auf Grund einer „nicht ablehnbaren Einladung“. Hierzu muss man wissen, dass aus den sorgsam abgeschotteten türkischen Flüchtlingslagern gern Kämpfer und Terrorspezialisten rekrutiert werden, ähnlich der Vorgehensweise in Afghanistan von pakistanischem Gebiet aus. In Homs war Salaf vor seiner Festnahme aufgefallen, weil sein Büro-ähnliches Apartment von Dutzenden bewaffneter Milizionäre bewacht wurde. Dort fand man dann auch zwei Satellitentelefone und weiteres umfangreiches Hightech-Kommunikationsgerät, sagen die Quellen.
In diesen Tagen suchen syrische Sicherheitskräfte fieberhaft nach weiteren mutmaßlichen Terroristen, die dann in Damaskus in Sicherheitsverwahrung gebracht werden, was immer das bedeuten mag. Unter einer Menge direkter und glaubwürdiger Informationen aus syrischen Sicherheitskreisen über die Kampfhandlungen der letzten Tage ist dies sicherlich der erstaunlichste Vorgang, der weiter recherchiert und überprüft wird. 
Kurz gefasst lässt sich sagen, dass Syrien einer dreifachen Herausforderung gegenübersteht: „asymmetrische“ Kriegsführung, eine tiefe gesellschaftliche Krise, Elemente des „Terrormanagement”.



Hamburger Demonstration für Frieden in Syrien

Gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg - Hände weg von Syrien !
 
Wann: 16.06.12 !!!
Wo: Hamburg, Hachmannplatz (Wandelhalle)
Zeit: 14UHR (Bitte pünktlich sein!)
Hier weitere Info's:
Route: Hachmannplatz über den Hauptbahnhof und die Mönckebergstraße hin zum Gänsemarkt, Abschlusskundgebung: 18.00 Uhr.

Krieg ist keine Lösung, Bomben sind keine Lösung, töten ist keine Lösung, das sollte jeder vernünftige Mensch nach dem die Menschheit soviele Kriege im letzten Jahrhundert durchgemacht wissen. Wir glauben an eine Welt in der alle Menschen egal welcher Herkunft, Hautfarbe und Religion miteinander in Friede leben können.

Wir können doch nicht in jedem Land die bewaffnete Regierungsübernahme durch Rebellen unterstützen von denen wir überhaupt nicht wissen wem sie dienen und welche Ziele sie verfolgen. Bisher ist Syrien noch Säkular falls Assad durch Gewalt gehen muss und Chaos bricht können sich die religiösen Minderheiten in Syrien schon mal auf Diskriminierung und Terror durch die Radikalen Islamisten einstellen.  

Bitte erheben Sie Ihre Stimme, gegen die Kriegstreiberei gegen das Syrische Volk. Wir wollen Frieden und ein friedliches Zusammenleben. Schauen Sie bitte nicht einfach weg, es geht um Menschenleben!

Die zionistischen Springer-Medien stellen Demos für Syrien als von Assad bezahlte Demonstrationen dar.
Wir von "Hinter der Fichte" unterstützen diese unabhängigen Demonstrationen aufrechter Bürger weil wir für Reformen in Syrien sind! Es ist aber Sache der Syrer über ihr Schicksal zu bestimmen und nicht die der NATO-Kriegsverbrecher von Libyen oder die von Islamisten.